Ende letzten Jahres warteten 1430 Menschen schweizweit auf ein neues Organ. Im Gegensatz dazu scheinen 580 gespendete Organe geradezu lächerlich. Herrgott, warum tun sich Herr und Frau Schweizer so schwer damit? Sein Herz, seine Lunge oder seine Leber nutzen einem nach dem Ableben eh nichts mehr. Entweder werden sie zu Asche verbrannt oder verrotten in einer Holzkiste unter der Erde. Ist es da nicht nützlicher, wenn Teile eines geliebten Menschen nach seinem Dahinscheiden in einem anderen Körper weiterexistieren und ein anderes Leben retten? Jemandem Nahestehendem zu Lebzeiten eine Niere oder ein Teil seiner Leber zu spenden, ist hingegen eine ganz andere Geschichte. Das Risiko für den Spender bei der Operation zu sterben ist doch etwas grösser, wie wenn er bereits tot ist. Zugegeben, die Chance zu überleben auch. Und wie sieht das Leben nach einer gelungenen OP aus? Schliesslich verlässt der Spender das Krankenhaus kränker, wie er es betreten hat. Hat er oder sie Einschränkungen, eine verkürzte Lebenserwartung oder sonstiges Ungemach zu erwarten? Alles Aspekte, die wohl überlegt sein wollen. Die Entscheidung für diesen Schritt verdient deshalb den allergrössten Respekt und eine «standig ovation». Angesichts einer Wartezeit von durchschnittlich 400 Tagen und 72 verstorbenen Personen im letzten Jahr, braucht es mehr von diesen Engeln auf Erden und weniger «Meine Organe gehören mir» Ego-Gebrülle. Wie auch immer: «Spenden schenkt Leben» und ein wertvolleres Geschenk kann man niemandem machen.